Mein Leistungssport – Erfolge und Gründe für das Ende

Ski Cross – Was ist das denn? So oder so ähnlich haben viele Gespräche begonnen, in denen ich von meiner Karriere im Leistungssport erzählt habe. Obwohl die Sportart immer mehr im Kommen ist, wissen doch einige nichts mit dem Begriff anzufangen und staunen erst mal nicht schlecht, wenn ich ihnen erkläre, was das überhaupt ist. Genau diese Sportart, in der sich vier Fahrer einen Kurs mit Sprüngen, Wellen und unter anderem Steilwandkurven hinunterstürzen und darum kämpfen möglichst als erster, zumindest aber als zweiter ins Ziel zu kommen, habe ich sechs Jahre betrieben. In meinem heutigen Blogpost erzähle ich euch von meinem Leistungssport, nehme euch mit auf die Reise zu meinen Erfolgen und nenne euch auch die Gründe, wieso ich dem Ganzen den Rücken gekehrt habe.

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Wie ich zum Leistungssport kam

In meiner Kinder- und Jugendzeit habe ich mich in alpinen Skirennen mit den anderen gemessen. Das wurde mir aber irgendwann zu langweilig und als einer meiner Trainier mich fragte, ob ich nicht Lust hätte bei einem Ski Cross Rennen mitzumachen, wusste ich sofort, ja das ist es. Ganz ohne Vorbereitung stand ich dann zum ersten Mal in einem Startgate…wusste gar nicht wie das Klappen-System überhaupt funktioniert und wurde so zu sagen ins kalte Wasser geworfen. Doch auch in kaltem Wasser kann man schwimmen und so war mein erstes Ski Cross Rennen gar nicht mal so schlecht. Mit übergroßem Eifer habe ich mich dann sofort für die Kadersichtung angemeldet und gezeigt was ich kann. Auch das hat geklappt und ich wurde 2011 in das Team des Bayerischen Skiverbandes aufgenommen.

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Meine Karriere im Ski Cross

Schon im nächsten Jahr sollten die ersten Olympischen Jugendspiele in Innsbruck stattfinden und zu meinem Glück war die Teilnahme auf die Jahrgänge 95 und 96 beschränkt. Ich durfte mit einem Teamkollegen zusammen für Deutschland an den Start gehen, doch leider lief die Olympiade nicht wie geplant. Am Renntag war derart schlechtes Wetter, dass nur der Qualifikationslauf, in dem ich auf Rang 6 lag, gewertet wurde. Das war 2012…drei Jahre später, mit unzähligen Trainings- und Renntagen mehr, kam dann mein Jahr. Ich wurde Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft, fuhr zum ersten Mal einen Sieg bei einem Europacup Rennen ein und war irgendwie so im Modus, dass die Serie anhielt. Am Ende der Saison stand ich als Gesamtsiegerin der Europacup-Gesamtwertung da. Ein unglaubliches Gefühl !! Das letzte Rennen dieser Saison war die Junioren-Weltmeisterschaft. Bis ins Finale habe ich mich gekämpft und lag im letzten Lauf zwischenzeitlich auf Position zwei. Ein dummer Fehler hat mich aber kurz vor Schluss leider zurückgeworfen und ich musste mit dem bitteren 4. Platz nach Hause fahren. Nichts desto trotz habe ich mir durch den Sieg in der Europacup-Gesamtwertung einen Fixplatz im Weltcup für die nächste Saison erfahren. Meine erste Weltcupsaison war aber zugleich auch meine letzte Saison.

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Gründe, warum ich mit dem Leistungssport aufgehört habe

Für mich war immer klar, das Abitur zu machen und anschließend zu studieren. Um den Sport und die Schule unter einen Hut zu bringen, habe ich mich deshalb dazu entschieden in einem Internat zu leben. Im Sommer 2016 habe ich an der Eliteschule des Sports, dem CJD Christophorus Gymnasium in Berchtesgaden, mein Abitur mit 1,9 bestanden. Schon während der Abiturvorbereitungen habe ich viel überlegt, wie ich es in der nächsten Saison schaffe, zu studieren und trotzdem zu 100% den Sport verfolgen zu können. Irgendwann kam ich dann zu dem Schluss, dass beides gleich gut zu machen nicht möglich sein wird. Eine Sache würde immer darunter leiden und ich bin nun mal der Typ, der eine Sache entweder ganz oder gar nicht macht. Meine berufliche Zukunft ist mir sehr wichtig, denn davon werde ich schließlich irgendwann leben und hierfür investiere ich auch alles. Ich wollte nicht mehr sponsored by Mama und Papa sein, sondern mein eigenes Ding auf die Beine stellen und so kam es, dass ich den Schritt gewagt habe und mich für das Studieren und gegen den Leistungssport entschieden habe. Ein weiterer Grund war, dass ich mich immer mehr fremdbestimmt gefühlt habe. Ich wollte wieder selbst entscheiden, wann ich trainieren gehe, wann ich Skifahren gehe und wann ich mir einfach mal Zeit für mich gönne.

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Bereue ich die Entscheidung?

Nein! Ich habe seit dem Zeitpunkt im Juli 2016, als ich meinen Trainern und meiner Familie mitgeteilt habe, dass ich aufhören werde, die Entscheidung noch nicht ein einziges mal bereut. Ich habe eine vollkommen andere Sicht auf die Berge bekommen, weil es kein Muss mehr ist dort zu sein, sondern eine freie Entscheidung und jedes Mal lerne ich neue Dinge kennen, die ich so noch nie zuvor erlebt habe. Nächsten Montag beginnt dann endlich mein Studium zur Physiotherapeutin und ich kann es kaum erwarten loszulegen! Mein Ziel ist es dennoch, irgendwann wieder in meinem Beruf mit Sportlern zusammenzuarbeiten. Hier sehe ich große Chancen, da ich die Situationen kenne, in denen sich die Athleten befinden und so nicht nur therapeutisch, sondern auch menschlich besser auf sie eingehen kann.

Das war meine Kurzfassung meiner Geschichte mit dem Leistungssport. Solltet ihr noch Fragen haben oder noch mehr wissen wollen, dann schreibt mir gerne 🙂

Bis dahin,

eure Kate

2 Kommentare zu „Mein Leistungssport – Erfolge und Gründe für das Ende

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